Soft Skills im Lebenslauf: So hebst du dich mit deiner Bewerbung von der Konkurrenz ab
Du suchst einen neuen Job und möchtest mit deiner Bewerbung überzeugen? Dann solltest du nicht nur auf deine fachlichen Qualifikationen setzen, sondern auch deine Soft Skills gekonnt in Szene setzen. Denn für Arbeitgeber spielen die persönlichen und sozialen Kompetenzen eines Bewerbers eine ebenso wichtige Rolle wie das Fachwissen. Mit den richtigen Soft Skills in deinem Lebenslauf hebst du dich von anderen Bewerbern ab und zeigst, dass du perfekt für die ausgeschriebene Stelle geeignet bist. Wie du deine Soft Skills identifizierst, formulierst und in deiner Bewerbung unterbringst, erfährst du in diesem Artikel.
Was versteht man unter Soft Skills?
Soft Skills sind Fähigkeiten, die über dein reines Fachwissen hinausgehen. Im Gegensatz zu den sogenannten Hard Skills (Harte Fähigkeiten), die du dir durch Ausbildung, Studium und Berufserfahrung aneignest, sind Soft Skills persönliche, soziale und methodische Kompetenzen. Sie beschreiben, wie du Aufgaben angehst, mit anderen Menschen interagierst und mit Herausforderungen umgehst.
Beispiele für typische Soft Skills sind:
- Kommunikationsfähigkeit
- Teamfähigkeit
- Problemlösungskompetenz
- Kritikfähigkeit
- Kreativität
- Organisationstalent
- Durchhaltevermögen
- Eigeninitiative
Solche Schlüsselkompetenzen sind in der heutigen Arbeitswelt gefragter denn je. In Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung reicht es nicht mehr aus, ein wandelndes Lexikon zu sein. Arbeitgeber suchen Mitarbeiter, die mit Menschen umgehen, sich auf neue Situationen einstellen und Projekte engagiert vorantreiben können.
Darum sind Soft Skills für deine Karriere so wichtig
Egal ob im Marketing, Vertrieb, in der IT-Branche oder im Handwerk – ohne bestimmte Soft Skills wirst du in deinem Job nicht glücklich. Denn nur, wenn du deine fachlichen Fähigkeiten auch überzeugend einsetzen kannst, wirst du beruflich erfolgreich sein.
Stell dir vor: Du bist Verkäufer und kennst dein Produkt bis ins kleinste Detail. Wenn du jedoch nicht in der Lage bist, auf Menschen zuzugehen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und sie von deinem Angebot zu begeistern, wirst du kaum etwas verkaufen. Oder du bist Software-Entwickler und beherrschst fünf Programmiersprachen, kannst dich aber nicht in ein Team einfügen oder konstruktiv mit Kritik umgehen. Dann wirst du auf Dauer kein gutes Arbeitsverhältnis im Unternehmen haben.
Nicht umsonst scheitern die meisten Arbeitnehmer nicht an fachlicher Inkompetenz, sondern an mangelnden zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Chefs und Personaler achten bei der Bewerberauswahl daher immer stärker auf die Soft Skills.
Studien belegen: Personaler gewichten Soft Skills und Hard Skills mittlerweile gleich stark. Nach einer Befragung des HR-Tech-Unternehmens Testgorilla besetzen 76 Prozent der Unternehmen offene Stellen kompetenzbasiert. Kein Wunder, denn wer Mitarbeiter führen und motivieren will, braucht ein hohes Maß an emotionaler und sozialer Kompetenz.
Auch im Zeitalter der künstlichen Intelligenz sind Soft Skills gefragter denn je. Kreativität, Empathie, Urteilsvermögen – all das kann eine Maschine nicht ersetzen. Wer seine Persönlichkeit entwickelt, stellt sich zukunftssicher auf.
So findest du deine Soft Skills
Dir fällt es schwer, deine persönlichen Stärken zu benennen? Keine Sorge, das geht den meisten Menschen so. Während wir unseren Lebenslauf und unsere Zeugnisse jederzeit aus dem Schrank holen können, müssen wir oft länger überlegen, was uns als Persönlichkeit ausmacht. Mit diesen Techniken findest du es ganz einfach heraus:
Frag dein Umfeld
Deine Freunde, Verwandte und Kollegen können oft besser beurteilen, was an dir besonders ist. Scheue dich nicht davor, sie direkt zu fragen: Wo liegen meine Stärken? Was schätzt du an mir? Worin bin ich richtig gut? Du wirst überrascht sein, was dabei alles herauskommt.
Analysiere deinen beruflichen Werdegang
In welchen Bereichen hast du bisher besonders gut performt? Woran lag das? Vielleicht hast du ein Händchen dafür, Präsentationen zu gestalten, Meetings zu organisieren oder Konflikte zu schlichten? Oft stecken hinter vermeintlich banalen Tätigkeiten wertvolle Soft Skills.
Erinnere dich an Erfolgserlebnisse
Wann warst du richtig stolz auf dich? Sei es ein gelungenes Schulprojekt, eine Rede vor vielen Menschen oder die Organisation einer Urlaubsreise – solche Erlebnisse sagen viel über deine Talente aus. Mach dir bewusst, welche deiner Fähigkeiten zum Erfolg geführt haben.
Mach einen Persönlichkeitstest
Es gibt kostenlose Online-Tests, mit denen du mehr über deine Charakterstärken herausfindest. Zum Beispiel den DISG-Test, der dir Auskunft gibt, ob du eher dominant, initiativ, stetig oder gewissenhaft bist. Beliebt ist auch der 16-Persönlichkeiten-Test entwickelt von Myers & Briggs, in dem du bei 60 Aussagen angeben musst, was auf dich zutrifft. Solche Tests sind nicht unumstritten, sie können dir aber wertvolle Denkanstöße liefern.
Tipp: Wähle für deinen Lebenslauf vor allem Soft Skills aus, die zur ausgeschriebenen Stelle passen. In der Stellenanzeige findest du meist schon Hinweise darauf, welche persönlichen Eigenschaften gesucht sind. Einen „Teamplayer“ und „Kommunikationstalent“ wirst du in fast jeder Anzeige finden. Bleib also konkret und individuell, um aus der Masse herauszustechen.
Formulierungstipps für Soft Skills im Lebenslauf
Grundsätzlich besteht ein Lebenslauf aus harten Fakten, wie persönlichen Angaben, Ausbildung, Berufserfahrung und erworbenen Qualifikationen wie zum Beispiel EDV-Kenntnisse. Meistens reicht es aus, die eigenen Soft Skills im Anschreiben zu erwähnen. Es kann aber sinnvoll sein, die persönlichen Kompetenzen in einem eigenen Abschnitt im Lebenslauf aufzuführen, um zu zeigen, dass du perfekt für den Job geeignet bist. Damit deine Soft Skills im Lebenslauf optimal rüberkommen, solltest du auf die richtige Formulierung achten. Vermeide Floskeln wie „teamfähig“ oder „kreativ“. Stattdessen beschreibe möglichst genau, wobei dir die jeweilige Kompetenz hilft.
Hier ein paar Anregungen:
- Statt „teamfähig“: „Ich kann mich gut in ein Team einfügen und verliere auch in stressigen Situationen nicht die Geduld“.
- Statt „kreativ“: „Wenn es darum geht, neue Ideen für eine Marketingkampagne zu entwickeln, sprudele ich vor Einfallsreichtum.“
- Statt „empathisch“: „Mein Einfühlungsvermögen hilft mir dabei, die Wünsche unserer Kunden zu erkennen und passende Lösungen anzubieten.“
Wichtig ist auch, dass du deine Soft Skills mit konkreten Beispielen belegst. Nenne ruhig ein erfolgreiches Projekt, das du initiiert hast oder ein Kundenlob, das du für deinen tollen Service bekommen hast. So zeigst du, dass hinter deinen Worten auch Taten stecken.
Hard Skills und Soft Skills gekonnt kombinieren
Natürlich ersetzt eine sympathische Persönlichkeit keine fachlichen Qualifikationen. Im Gegenteil: Hard und Soft Skills ergänzen sich optimal. In deinem Anschreiben solltest du deshalb eine ausgewogene Mischung aus beidem präsentieren.
Beispiel:
„In meiner Tätigkeit als Vertriebsmitarbeiter konnte ich meine Verkaufskenntnisse (Hard Skill) immer wieder unter Beweis stellen. Mein Kommunikationstalent (Soft Skill) half mir dabei, auch in schwierigen Verhandlungen erfolgreich zu sein und langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.“
Oder:
„Als Teamleiter im Marketing waren für mich Kreativität (Soft Skill) und fundierte SEO-Kenntnisse (Hard Skill) der Schlüssel zum Erfolg. So konnte ich zusammen mit meinem Team Kampagnen entwickeln, die nicht nur originell waren, sondern auch messbar die Klickraten verbessert haben.“
In 5 Schritten zu besseren Soft Skills
Keine Sorge, auch wenn dir manche Soft Skills nicht in die Wiege gelegt wurden: Du kannst sie trainieren! Mit diesen fünf Schritten verbesserst du deine Fähigkeiten:
1. Werde dir bewusst, wo noch Luft nach oben ist. In welchen Situationen wünschst du dir mehr Schlagfertigkeit, Gelassenheit oder Durchsetzungsvermögen? Sei ehrlich zu dir selbst.
2. Nimm dir eine Kompetenz vor, die du als erstes angehen möchtest. Blicke positiv auf das Lernziel, statt dich unter Druck zu setzen.
3. Nutze Bücher, Blogs und Podcasts, um dir Anregungen und Methoden für dein Soft Skills Training zu holen. Doch verliere dich nicht im Theoretischen.
4. Setze das Gelernte in der Praxis um. Sprich den unbekannten Kollegen in der Kaffeeküche an, melde dich bei der Projektpräsentation freiwillig oder organisiere die nächste Teamfeier.
5. Reflektiere deine Fortschritte und sei stolz auf dich! Nur durch regelmäßiges Training und bewusstes Anwenden werden die Soft Skills irgendwann ganz natürlich Teil deiner Persönlichkeit.
Nach dem Lebenslauf ist vor dem Vorstellungsgespräch
Spätestens im Vorstellungsgespräch musst du zeigen, dass du die Soft Skills, die du im Lebenslauf angegeben hast, auch verkörperst. Nervös zu sein, ist dabei absolut menschlich. Umso wichtiger ist die Vorbereitung.
- Überlege dir im Vorfeld Beispiele, wie du deine Soft Skills schon erfolgreich eingesetzt hast. Je konkreter, desto besser.
- Sei authentisch. Lächle, wenn dir danach ist, mach Pausen zum Nachdenken, bleib bei deiner Meinung. Persönlichkeit ist gefragt.
- Stell deine Motivation und Lernbereitschaft heraus. Zeig, dass du mit Leidenschaft und Teamgeist dabei bist, auch wenn du nicht alles direkt perfekt kannst.
Fazit: Steh zu deinen Soft Skills!
Ob Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein oder Belastbarkeit – mit den richtigen Soft Skills im Lebenslauf überzeugst du Personalverantwortliche von deiner Persönlichkeit. Trau dich, deine Stärken selbstbewusst zu präsentieren und mit Beispielen zu belegen. Doch bleib dabei immer authentisch. Denn nur, wenn du im Vorstellungsgespräch und späteren Job mit deinen persönlichen Fähigkeiten überzeugen kannst, hast du langfristig Erfolg.
Auch wenn das Thema Soft Skills zugegebenermaßen etwas „weich“ ist: Es lohnt sich, wenn du dich damit auseinandersetzt. Denn wer im Job mit anderen Menschen zu tun hat, muss auch menschlich punkten können. Hard Skills alleine reichen schon lange nicht mehr. Wer sich als Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, Stärken und Lernfeldern präsentiert, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Und genau darum geht es, wenn du dich mit vielen anderen um eine Stelle bewirbst.
Nimm dir also die Zeit, deine einzigartigen Soft Skills aufzuspüren, auszuformulieren und weiterzuentwickeln. Belohnt wirst du nicht nur mit einer besseren Performance im Job, sondern auch mit persönlichem Wachstum. Und wer weiß – vielleicht gehörst dann bald auch du zu den Kandidaten, bei denen die Persönlichkeit am Ende den entscheidenden Unterschied macht. Es liegt an dir, dein volles Potenzial zu zeigen.
